Julia Arnold

Julia Arnold
Musik und Mathematik sind zwei Leidenschaften, die mich von klein auf begleitet haben. Während ich auf ein Musikstudium hinarbeitete, beschloss ich jedoch, diese Leidenschaft nicht zum Beruf zu machen und rein in meiner Freizeit auszuleben. Danach war die Wahl der Berufsrichtung leicht: Mathematik.

Da Lehramt für mich von vornherein nicht in Frage kam, suchte ich nach Alternativen. Zur Überbrückung begann ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau und wurde dort auf das Fachhochschulstudium Mathematik aufmerksam. Bei einer Flughafenführung „Hinter den Kulissen“ weckte schließlich ein zur Wartung geöffnetes Triebwerk mein Interesse an der Luftfahrttechnik. Nach erfolgreichem Abschluss meiner Ausbildung begann ich im Winter 2007 das Bachelorstudium an der OTH Regensburg mit dem Ziel, später in der Luftfahrt tätig zu sein.

Nach einem harten Start - mir fehlten trotz Wirtschaftszweig an der Fachoberschule einige Grundkenntnisse - wählte ich den Schwerpunkt „Technik und Informationstechnologie“. Das im Studium enthaltene Praxissemester absolvierte ich bei der Firma „ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH“ im Geschäftsbereich Luftfahrzeuge. Im Bereich „Basis-Systeme“ wurde ich mit der Auswertung von Flugversuchsdaten für die Zulassung einer Produktverbesserung des mittleren Transporthubschraubers CH-53GA betraut. Die Arbeit hat mir gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war, die Wahl des Studienschwerpunktes aufgrund meiner Vorliebe zu treffen. Meine Abschlussarbeit konnte ich ebenfalls in der ESG, in der Abteilung „Forschung und Technologie“, im Themenbereich „Unbemannter Missionsausrüstungs-Träger (UMAT)“ anfertigen. Bereits während dieser Tätigkeit wurde mir seitens der vorherigen Abteilung eine Stelle angeboten und so unterschrieb ich meinen noch heute bestehenden Arbeitsvertrag.

Zurzeit bin ich im Projekt „Sensorgestützte Landehilfe“ für den Systemverbund der einzelnen Komponenten zuständig. Neben der Formulierung von Anforderungen an das Gesamtsystem und die Software sind auch Testprozeduren zu erschaffen, die diese Anforderungen ausreichend prüfen und so die Funktion des Systems sicherstellen. Innerhalb des Zulassungsprozesses sind ebenso Dokumentation und Betreuung der Flugversuche Teil meiner Aufgabe. Das im Studium erlernte analytische Denken und systematische Vorgehen, aber auch die Erfahrungen aus der Ausbildung im Büro, sind in diesem Umfeld von Vorteil. Täglich zeigt sich in der Zusammenarbeit, dass sich Mathematiker und Ingenieure sehr gut ergänzen. Es ist eine facettenreiche und herausfordernde Arbeit und ich bin froh, mich für diesen Weg entschieden zu haben.